Über mich

An einem sonnigen Maimorgen im Jahre 1962 bekam ich einen ersten, recht unfreundlichen Eindruck kahler Klinikwände und einiger Personen, deren Aufgabe es wohl war, Neugeborene zu erschrecken. Einer dieser Personen war, wie es sich herausstellte meine Mutter. Ich kam nach einiger Zeit recht gut mit ihr aus und war hocherfreut, als sie mir fast eineinhalb Jahre später einen netten kleinen Bruder zu Verfügung stellte. Im Laufe der nächsten sieben Jahre stellten sich noch zwei weitere Geschwister ein und mit der glücklichen Fügung dreier Stiefschwestern, waren wir ein gutes Team für allerlei Unsinn.

Meine Schulzeit war nicht so sehr von Fröhlichkeit geprägt, hingegen entdeckte ich schon sehr früh meine Liebe zu Büchern und zu allerlei Zeichenmaterial. Neben dem Zeichnen ist es vor allem das Schreiben das einen großen Teil meiner Zeit in Anspruch nimmt. Neben zwei Romanen, einer Geschichte über eine kleine autistische Spinne und zwei Büchern mit Gedankensequenzen und Erinnerungen, habe ich auch zwei Bücher über das Asperger-Syndrom veröffentlicht.

Nach zwanzig Jahren Familienleben – das mir immerhin fünf wunderbare Kinder und mittlerweile fünf ebenso wunderbare Enkel eingebracht hat – lebe ich nun alleine in der schönen Stadt Detmold. Alleine zu leben bedeutet für mich nicht Einsamkeit, sondern vor allem ein „innen anwesend sein können“.

Mit meinem Freund und Partner teile ich die Zuneigung zum Schreiben und zu Detmold und natürlich unsere gegenseitige Zuneigung. Viele gemeinsame Spaziergänge, reger Gedankenaustausch und die Möglichkeit gemeinsam auch mal zu schweigen, geben mir jetzt die Inspiration zu meinen Bildern und zum Schreiben. Ich fühle mich hier das erste Mal in meinem Leben richtig in meinem Sein.

Lange Zeit war die Zeichnerei für mich vor allem eine Möglichkeit meine Gefühle auszudrücken. Auf technische Aspekte habe ich sehr wenig wert gelegt und vor allem mit Kugelschreiber auf kariertem Papier gezeichnet. Erst mein Lieblingsfreund Sven animierte mich dazu, mehr Wert auf verschiedene Techniken zu legen. Wir haben sehr viel mit meinen Bildern gearbeitet und je mehr es mir gelang meine Gefühle auch verbal auszudrücken und zu differenzieren, umso mehr Wert legte ich auch auf das Material das ich verwendete. Meine Vorliebe gilt vor allem Bleistift und Kreidezeichnungen. Inzwischen haben meine Zeichnungen nicht mehr nur den Aspekt der Kommunikation zu dienen. Es ist mir möglich mit großer Freude, um des Zeichnens willen, Bilder zu erstellen und auch andere Formen der kreativen Betätigung zu wählen. Mich diesbezüglich zu betätigen wird wohl immer einen exzessiven Charakter haben, aber es ist ein freundlicher Charakter dem ich täglichen Raum in meinem Leben gebe.

Anderen Menschen erscheine ich in meiner inneren und äußeren Ordnung oft chaotisch. Daher rührt auch mein Spitzname „Chaoskatja“, oder von einer Internetbekanntschaft etwas intellektueller ausgedrückt „thesaurus congeri“. Ich mag beides und benutze diese Titulierungen häufig als Nicknamen im Internet. Dennoch ist meine Ordnung ziemlich geregelt und feststehend. Unplanmäßigkeiten sind bei mir sehr unbeliebt. Mir ist es selten möglich spontan zu handeln, allerdings bin ich ziemlich impulsiv, vor allem wenn es um Gefühlslagen geht. Wenn ich mich diesbezüglich äußere, falle ich nicht nur mit der sprichwörtlichen „Tür ins Haus“, sondern reiße – laut Aussage meines Lieblingsfreundes – gleich die ganze Wand ein.

Ich bin ein sehr fröhlicher Mensch, mein Humor entspricht aber selten dem meiner Mitmenschen – was mich nicht unbedingt daran hindert meine Fröhlichkeit zu äußern. Meine Zeichnungen wirken im Gegensatz zu dieser Aussage allerdings oft eher düster. Das wiederum entspricht meiner Vorliebe für dunkle Farben. Besonders tiefe Blautöne haben es mir angetan. Sie entsprechen meinem Gefühl des warmen Innenanwesend sein. An blauen Tagen bin ich besonders kreativ.

 

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